„Wir freuen uns, dass es regnet, denn es würde auch regnen, wenn wir uns nicht darüber freuen würden.“ Unter diesem Motto – frei nach Karl Valentin – stand die letzte Seniorenwanderung am Dienstag, 21. Oktober, durch den Staatspark Hanau-Wilhelmsbad.

21 Wanderfreundinnen und Wanderfreunde trafen sich wettergerecht gekleidet am Bahnhof Großkrotzenburg, um gemeinsam um 10:27 Uhr mit dem Zug nach Hanau-Wilhelmsbad zu fahren. Eine Viertelstunde später begann dort der Rundgang durch den Staatspark, der auch bei Dauerregen durchaus reizvoll ist. Die nach dem Vorbild eines englischen Landschaftsgartens gegen Ende des 18. Jahrhunderts angelegte Anlage hält zahlreiche Sehenswürdigkeiten für ihre Besucher bereit.
Zunächst wurde der Schneckenberg als höchster Aussichtspunkt erklommen. Die Kunstruine auf einer Insel im Braubach war einst Rückzugsort und Lustschlösschen des damaligen Grafen Wilhelm. Zu bewundern sind außerdem ein kleiner Brunnentempel vor den historischen Kuranlagen. Wilhelmsbad war seinerzeit ein international bekanntes Kurbad, dessen Stern aber nach nicht einmal einem halben Jahrhundert wieder unterging, nachdem zum einen die Quelle versiegte und Graf Wilhelm als neuer Landgraf von Hessen-Kassel nach Kassel zog.
Auf einem angelegten Hügel befindet sich das älteste stationäre Karussell der Welt. Es wird von einem Förderverein instandgehalten und an einigen Tagen im Jahr sogar in Betrieb genommen. Ebenfalls sehenswert sind die Gebäude der ehemaligen Kuranlagen, in denen sich das bis heute bespielte Komödienhaus sowie das Hessische Puppen- und Spielzeugmuseum befinden. Zum Abschluss besuchte die Gruppe den „Einsiedler“ auf der Rückseite des Komplexes, der dort seit rund 200 Jahren in seiner Einsiedelei sitzt.
Der Weg führte anschließend ins „Wirtshaus im Club“, das Lokal auf dem Gelände des benachbarten Tennis- und Hockeyclubs. Dort wurden die Wandernden mit leckeren italienischen und deutschen Speisen verwöhnt. Danach hieß es noch einmal hinaus in den Regen, zurück zum Bahnhof und zur Heimfahrt. Im Bewusstsein, dass die Natur den Regen dringend braucht, blieb die gute Stimmung der Gruppe bis nach Hause erhalten.
Der Wanderführer bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden, die dem Wetter gut gelaunt trotzten und die Tour zu einem schönen Erlebnis machten. Im kommenden Jahr heißt es dann wieder: Frisch auf zu neuen Wegen!
Euer Walter Götzl